Im Vorstellungsgespräch mit einer jungen Frau erzählte ich natürlich auch einiges über uns hier. Zwischendurch fiel mir folgende Phrase ein: "Wir sind ein ganzer halber Edeka."
Ich lieferte aber auch gleich die Erklärung hinzu, wie das gemeint war: Wir sind zwar ein offizieller Edeka-Markt und tummeln uns gleichberechtigt mit den "großen" Einzelhändlern mit dreistelligen Millionenumsätzen auf einer Stufe – haben aber andererseits aufgrund des nicht vorhandenen Platzes gar nicht die Möglichkeiten, alles zu bieten, was man in einem mehrere tausend Quadratmeter großen Markt findet. Angefangen bei einer Bedientheke – aber auch für eine Bäckerei (mit Bedienung), Gastronomie oder ein sehr in die Tiefe und vor allem in die Breite (Non Food vor allem) gehendes Sortiment reicht der Platz hier einfach nicht.
Aber okay, wir machen das Beste daraus und durchschnittlich über eintausend Kunden pro Tag scheinen uns wohl auch nicht so übel zu finden.
Ein etwas verpeilter Kunde, möglicherweise BTM-Konsument, stand vor dem Leergutautomaten und gab sein Leergut ab. Das für sich war schon ein mühsamer Vorgang, denn so richtig rund lief der Vorgang nicht ab. Dies lag jedoch nicht an unserem Rücknahmegerät, sondern an der Person davor.
Zwischendurch angelte er noch eine halbvolle Saftflasche aus seiner auf dem Boden stehenden Tasche, die der Automat jedoch aufgrund des zu hohen Gewichts nicht annehmen wollte. Also leerte der Mann den Inhalt der Flasche kurzerhand in den kleinen schwarzen Eimer aus.
Okay, tat er eigentlich nicht. Er guckte während des Ausschüttens nämlich gar nicht so genau hin und flutete seine Tasche damit, was ihm jedoch erst auffiel, als die Flasche bereits leer war.
Wie kann man so fertig sein mit sich und der Welt?!
Ein Pärchen betrat den Laden und steuerte direkt auf das Regal mit dem Alkohol zu. Während der Mann untätig blieb und der Frau nur zuschaute, nahm sie sich eine Flasche Korn aus dem untersten Fachboden des Spirituosenregals und ließ diese im Bund ihrer Hose verschwinden.
Unmittelbar danach gingen sie direkt zu Kasse, an den wartenden Kunden vorbei uns als der Alarm der Warensicherungsanlage ertönte, rannten sie auch schon los. Meine Mitarbeiterin an der Kasse sagte zwar noch sofort Bescheid, aber es war zu spät, um die beiden noch einzuholen. Zumal zu dem Zeitpunkt auch noch gar nicht klar war, wer von ihnen was eingesteckt hatte.
Im Kühlregal zwischen dem Käse fiel einer Kollegin diese leere Schale Krautsalat auf. Das Produkt verkaufen wir hier auch, wie genau die leere Verpackung ins Kühlregal gekommen war, ließ sich leider auch nicht mit Hilfe der Videoanlage nachvollziehen. Weder das Produkt im Regal noch der Ablageort der leeren Schale ist in einer der Kameras zu sehen. Also bleibt nur Spekulation.
Möglichkeit 1: Jemand hat die leere Verpackung als Muster mitgenommen, um genau den richtigen Krautsalat neu kaufen zu können.
Möglichkeit 2, deutlich wahrscheinlicher, immerhin sind wir in Bremen: Jemand hat die Packung im Laden geöffnet und den Inhalt entweder vor Ort gegessen oder in einen mitgebrachten Behälter oder alternativ direkt in die Jackentasche gekippt. Rechnen muss man ja mit allem …
Klischees wollen ja schließlich gepflegt werden.
Aus einer Bewerbung: "Ich passe in jedes Team, da ich mich mit jedem gut verstehe."
Es hat aus unterschiedlichen Gründen nicht geklappt mit uns, aber bei der Phrase steht man schon kopfkratzend dar.
Wie deutet ihr so einen Ausdruck?
Wir warteten mit einem erwischten Ladendieb auf die Polizei. Während wir wie üblich gelangweilt an der Lagertür herumstanden, saß der Mann in den späten Zwanzigern auf einer von uns angebotenen Getränkekiste.
Zwischendurch äußerte er den Wunsch, dass er gerne eine Tasse Tee hätte.
Die Chance für die Frage, ob sie auch noch etwas Gebäck dazu reichen dürfe, ließ die Kollegin leider ungenutzt verstreichen.
Alter, wir sind doch keine Teestube. Was auch immer der Typ geraucht hatte, ich hätten davon auch gerne etwas. Macht das Leben bestimmt einfacher.
Der junge Mann, der hier
vor ein paar Wochen Kaffee und Flohsamenschalen zu klauen versucht hatte, war übrigens in Berlin gemeldet. Von der dortigen Staatsanwaltschaft kam nun Post.
Noch einmal zur Erinnerung, das hier war sein Eink
lauf:
Zwei nicht lebensnotwendige Artikel im Gesamtwert von rund 15 Euro.
Die Antwort der Staatsanwaltschaft sah so aus:
Wenn man die Grenze noch Höher legen würde, könnte man die Gerichte noch weiter entlasten. Man könnte die Grenze ja bei 950 Euro setzen, dann hat man die selbe Situation wie beim "Petty Theft" in Kalifornien, wo Diebstähle unter der Grenze von 950 $ nur noch als Bagatelle und nicht als Straftat verbucht werden.
Ich habe dafür
kein Verständnis, wirklich nicht. Diese Antwort von einer Staatsanwaltschaft kommt doch dem Freibrief für Diebstahl gleich.
Vom morgens reduzierten Fleisch mit dem MHD des aktuellen Tages hatte eine Kollegin für sich selber eine Packung Rinder-Hackfleisch gebunkert. Sie hatte die Packung in einen Korb gelegt, der in einem Einkaufswagen stand, in dem sich neben ihrem Getränk unter anderem ein paar Arbeitsutensilien, Klemmbrett mit Listen, der Etikettendrucker und ein MDE-Gerät befanden.
Irgendwann kam sie zu mir und wollte wissen, ob ich ihr Fleisch weggenommen hätte. Ich brauchte gar nicht unschuldig zu tun, ich hatte wirklich keine Ahnung – aber nach einem Blick in die Videoaufzeichnung waren wir schlauer: Ein Stammkunde hatte die Packung in dem Wagen entdeckt und schlichtweg rausgenommen und in seinen eigenen Einkaufskorb gelegt und schließlich gekauft.
Tzja, Pech, würde ich sagen.
Einen etwas schrägen Kunden, der durch ein etwas sonderliches Verhalten aufgefallen war, kommentierte ich hinterher laut vor mich hinsprechend mit "OMG."
Eine Kollegin stutzte bei diesen Worten, guckte mich irritiert an und sagte zu mir: "Was war das denn? OMG? Das sagen doch nur junge Leute."
Ich weiß zugegebenermaßen auch nicht, woran das liegt, dass die anderen Leute in meinem Alter allesamt deutlich älter sind.
Eine Mutter mit einem kleinen Mädchen im frühen Kindergartenalter kaufte ein. Die Kleine steuerte Kühlregal direkt auf die süßen Snacks und Pudding zu und wollte einen Becher
Paula haben. "Nein, die kaufen wir nicht, da ist Zucker drin."
Dann wollte das Kind Nudeln haben. "Nein, die kaufen wir nicht, da ist Zucker drin."
Die beiden Becher Mousse au Chocolat ließen die Augen des Mädchens erstrahlen, der Glanz verschwand jedoch gleich wieder, als die Frau erklärte, dass ein Becher für sie selber und einer "für Papa" wäre.
Die Frau verteufelte pauschal noch mehr Produkte, überall sei Zucker drin.
Jungejungejunge … Das Kind tat einem schon Leid. Kann natürlich sein, dass die Kleine eine Form von Diabetes oder eine andere Erkrankung hat, das können wir nicht beurteilen. Da die Mutter aber alternativlos alles abgetan hat, wirkte das auf uns für ihre Tochter eher wie ein aufgezwungenes "gesundes" Leben.
Wir haben so ein Mädchen auch im Umfeld. Als ich eine 1200g-Dose Maoam-Kracher heimlich mit auf das "Öko-Buffet" (vollkorn, glutenfrei und natürlich vegan) des Sommersfestes geschmuggelt hatte, die übrigens von allem Mitgebrachtem zuerst leer war, hatte das Mädchen, dem von ihren Eltern alles "Ungesunde" vorenthalten wird (Philosophie, nicht medizinisch begründet), sich davon außerhalb der Sicht ihrer Eltern händeweise einverleibt.
Ich hatte mal wieder Lust auf Unfug und habe meine Kamera (in Form meines alten Google-Pixel-Handys (Pixel 3)) einfach mal hinten auf den LKW gestellt, als der Container aufgeladen wurde.
Ist jetzt keine weltverändernde Ansicht, aber auch mal interessant:
Frauen haben bekanntlich immer Recht.
Vor vielen Jahren hatte ich hier mal den
Strichcode einer Packung Spekulatius der Marke Coppenrath gezeigt. Nun war mir auf den "Choco Cookies" des selben Herstellers dieser Strichcode aufgefallen.
Ähnlich? Ja. Identisch? Ja … iiiin. Grundsätzlich ist es wohl das selbe Motiv, das dort verwendet wurde. Schön finde ich aber, wie ein paar winzige Anpassungen an die leicht geänderten Striche aufgrund einer anderen Artikelnummer vorgenommen worden sind:
DeWALT-Fan Gregor hat zwischendurch mal dieses Bild mit Gemini generiert. Was genau das darstellen soll, hat er mir nie gesagt. Ersatzakku für Iron Man? Atombetriebener Einkochtopf? Ich habe
keine Ahnung.
Habt ihr irgendwelche Ideen?